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Arbeitskraft & Einkommen

Berufsunfähigkeitsversicherung

In den meisten Verträgen gilt als berufsunfähig, wer den zuletzt ausgeübten Beruf zur Hälfte nicht mehr ausüben kann. Ob Ihr Vertrag dann zahlt, entscheidet sich nicht im Ernstfall, sondern beim Abschluss.

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4,75 von 5 · 256 BewertungenZusammengeführt von ProvenExpert · Stand 12.10.2026

Architektin steht an ihrem Schreibtisch und zeichnet in einen Bauplan
Worum es geht

Warum die Arbeitskraft der größte Posten Ihrer Lebensbilanz ist

Für die meisten Menschen ist nicht das Haus der größte Vermögenswert, sondern die Fähigkeit, Monat für Monat ein Einkommen zu erzielen. Fällt sie weg, fällt vieles mit: Miete oder Kredit, Altersvorsorge, der gewohnte Lebensstandard. Unfälle lösen nur einen kleinen Teil der Fälle aus. Vorn liegen psychische Erkrankungen und Nervenleiden, danach Rücken und Gelenke, danach Krebs.

Vom Staat ist dabei wenig zu erwarten. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Geblieben ist die Erwerbsminderungsrente, und die fragt nicht nach Ihrem Beruf, sondern danach, ob Sie irgendeine Tätigkeit am Arbeitsmarkt noch ausüben können. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist die einzige Absicherung, die an Ihrem Beruf ansetzt.

Die Grundleistungen

Was eine BU leistet

Eine monatliche Rente

Gezahlt wird Monat für Monat, solange die Berufsunfähigkeit andauert, längstens bis zum vereinbarten Endalter. Kein Kapital auf einen Schlag, sondern ein Ersatz für das, was sonst das Gehalt wäre.

Leistung ab 50 Prozent

Sie müssen Ihren Beruf nicht ganz aufgeben, die Hälfte genügt. Versichert ist der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war.

Beitragsbefreiung im Leistungsfall

Im Leistungsfall zahlen Sie keinen Beitrag mehr, der Schutz läuft weiter. In guten Verträgen gilt das rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit, und während der Prüfung lässt sich der Beitrag stunden.

Rückwirkende Leistung

Gute Verträge zahlen rückwirkend ab dem ersten Tag nach, nicht erst ab dem Bescheid. Das zählt, denn zwischen dem Beginn der Berufsunfähigkeit und der Anerkennung liegen oft Monate.

Keine Anrechnung anderer Einkünfte

Krankengeld, Krankentagegeld oder eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente werden nicht gegengerechnet. Was Sie privat versichert haben, kommt obendrauf.

Schutz ohne Wartezeit, weltweit

Anders als in anderen Sparten gibt es keine Wartezeit: Mit Versicherungsschein, Versicherungsbeginn und erstem Beitrag stehen Sie im Schutz. In der Regel behalten Sie ihn auch, wenn Sie später ins Ausland ziehen.

Ihre Entscheidung

Wann die BU passt und wann nicht

Spricht eher dafür

  • Ihr Einkommen trägt Ihren AlltagMiete oder Kredit, Altersvorsorge und der gewohnte Lebensstandard hängen an der Fähigkeit, Monat für Monat ein Einkommen zu erzielen.
  • Geboren nach dem 1. Januar 1961Dann gibt es keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Die Erwerbsminderungsrente fragt nicht nach Ihrem Beruf, die private BU setzt dort an.
  • Jung und gesundDas Eintrittsalter bestimmt den Beitrag für die ganze Laufzeit, und eine kurze Krankenakte erleichtert die Annahme.
  • Ihr Leben verändert sich nochMit einer Nachversicherungsgarantie erhöhen Sie die Rente bei Anlässen wie Berufsstart, Heirat, Geburt oder Immobilienkauf ohne neue Gesundheitsfragen. Je nach Vertrag gilt das bis zu einem Höchstalter.

Spricht eher dagegen

  • Sie sind Beamtin oder BeamterDann zählt die Dienstunfähigkeit, und die stellt der Dienstherr fest. Dafür gibt es die Dienstunfähigkeitsversicherung.
  • Nur eine kleine Rente ist möglichUnter rund 1.500 Euro im Monat kann die BU-Rente verpuffen: Wären Sie ohne sie auf Grundsicherung (früher Bürgergeld) angewiesen, wird sie dort angerechnet.
  • Sie suchen Schutz für Ihren BetriebDie BU ersetzt Ihr persönliches Einkommen, nicht Gewerbemiete, Leasingraten oder Löhne. Dafür gibt es eigene Lösungen.
  • VorerkrankungenSie können zu Zuschlag, Ausschluss oder Absage führen. Ob das so ist, klärt die anonyme Voranfrage. Erst wenn kein Haus zusagt, kommen Grundfähigkeits- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung als Teillösung in Betracht.

Nicht sicher, auf welcher Seite Sie stehen? Das klären wir gemeinsam im Erstgespräch. Erstgespräch anfragen (öffnet in neuem Tab)

Die Unterschiede

Woran man eine gute BU erkennt

Ob eine BU zahlt, entscheidet sich vor allem daran, was der Versicherer von Ihnen verlangen darf, bevor er zahlt. Die in Prospekten meist herausgestellte Verweisungsklausel spielt in der Leistungspraxis kaum eine Rolle. Laut Auswertung von Franke und Bornberg gingen 2024 weniger als ein Prozent der Ablehnungen auf sie zurück.

Nachweispflichten im Leistungsfall

Die besseren Werke zählen abschließend auf, welche Unterlagen gefordert werden dürfen. Fast alle Bedingungswerke enthalten dagegen eine Generalklausel, nach der der Versicherer „insbesondere“ weitere Auskünfte verlangen darf. Damit ist offen, was er darüber hinaus noch anfordern kann.

Prognosezeitraum

Kundenfreundlich ist „voraussichtlich sechs Monate“. Ältere Formulierungen verlangen „mindestens ein Jahr“ oder „voraussichtlich dauernd“. Je länger der Zeitraum, desto schwerer der Nachweis und desto später das Geld.

Abstrakte und konkrete Verweisung

Achten Sie bei der konkreten Verweisung auf einen Beruf, den Sie tatsächlich ausüben, auf eine klare Grenze. Ein fester Prozentsatz, etwa 20 Prozent Einkommensverlust, ist belastbarer als „nicht spürbar unter der bisherigen Lebensstellung“. Auf die abstrakte Verweisung auf einen anderen Beruf, den Sie nur theoretisch ausüben könnten, verzichten heute alle ordentlichen Tarife, in Erst- und in Nachprüfung.

Arbeitsunfähigkeitsklausel

Eine AU-Klausel zahlt bereits, wenn eine ärztliche Bescheinigung eine längere Arbeitsunfähigkeit belegt. Sie überbrückt so die Lücke, die zwischen dem Ende der Lohnfortzahlung und der Anerkennung der Berufsunfähigkeit häufig Monate lang klafft.

Nachversicherungsgarantie

Sie erlaubt eine Erhöhung ohne neue Gesundheitsfragen, wenn sich das Leben ändert: Berufsstart, Heirat, Geburt, Immobilie, Gehaltssprung. Es kommt auf das Höchstalter und den Betrag je Anlass an, und sie ist etwas anderes als die Beitragsdynamik.

Anerkenntnis und Nachprüfung

Ein unbefristetes Anerkenntnis ist die bessere Zusage; nach dem Gesetz darf der Versicherer seine Entscheidung ohnehin nur ein einziges Mal befristen. Und in der Nachprüfung sollten dieselben Maßstäbe gelten wie in der Erstprüfung.

Warum über einen Makler

Was der Beitragsvergleich bei der BU nicht fragt

Er fragt weder, ob Sie überhaupt angenommen werden, noch, wie Ihr Beruf eingestuft wird. Beides wirkt stärker auf den Beitrag als jeder Nachlass, und ein abgelehnter Antrag wird in einer Datei vermerkt, in die jeder weitere Versicherer schauen kann.

Über mich
Risikoanalyse

Erst fragen, dann beantragen

Ihre Gesundheitsangaben gehen ohne Ihren Namen an mehrere Häuser, und ich lasse mir sagen, wer Sie zu welchen Bedingungen nimmt. Erst danach geht irgendwo ein Antrag ein. Sagt keiner zu, bleibt als Notlösung die Grundfähigkeitsversicherung; gegen einzelne schwere Krankheiten schützt als Teillösung die Schwere-Krankheiten-Versicherung.

Erfahrung

Ich weiß, wie Ihr Beruf gesehen wird

Dieselbe Tätigkeit landet von Haus zu Haus in unterschiedlichen Gruppen, und das macht am Beitrag mehr aus als jeder Nachlass. Nach über zwanzig Jahren kenne ich die Handschriften.

Bedingungen

Ich lese, was der Versicherer verlangen darf

Die Vertragswerke prüfe ich mit einer Fachsoftware bis auf den einzelnen Satz. Dort steht, was Sie im Leistungsfall vorlegen müssen, und daran hängt am Ende die Zahlung.

Sven Mocho, Versicherungsmakler aus Ulm
Sven Mocho Fachwirt für Finanzberatung

Noch Fragen? Ich bin persönlich für Sie da.

Montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr beantworte ich Ihre Fragen persönlich. Ein Erstgespräch dauert rund zwanzig Minuten, am Telefon oder per Video. Wenn wir zusammenarbeiten, erreichen Sie mich auch über meine Kundenapp.

Häufige Fragen

Ehrliche Antworten

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

In guten Verträgen dann, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können.

Maßgeblich ist der Beruf so, wie Sie ihn vor der Erkrankung tatsächlich ausgeübt haben, nicht die Bezeichnung im Arbeitsvertrag. Anerkannt wird allerdings nicht am Tag der Meldung: Der Versicherer fordert Befunde, Arztberichte und eine genaue Beschreibung Ihrer Tätigkeit an. Gute Verträge zahlen deshalb rückwirkend ab dem ersten Tag der Berufsunfähigkeit.

Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht?

Für die meisten nicht, denn sie fragt nicht nach Ihrem Beruf, sondern danach, was Sie am allgemeinen Arbeitsmarkt noch leisten können.

Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente; geblieben ist die Erwerbsminderungsrente. Sie richtet sich nach den Stunden, die Sie täglich noch arbeiten können:

  • sechs Stunden und mehr: keine Rente
  • drei bis unter sechs Stunden: die halbe Rente
  • unter drei Stunden: die volle Rente

Dazu kommen fünf Jahre Wartezeit und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf. Die im Jahr 2024 neu zugegangenen Erwerbsminderungsrenten lagen im Schnitt bei 1.041 Euro im Monat, ausgezahlt nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie hoch sollte meine BU-Rente sein?

Als Richtwert gelten 75 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens, und unter 1.500 Euro im Monat sollte man nicht anfangen.

Rechnen Sie nicht mit einem Prozentsatz vom Brutto, sondern von unten: erst die laufenden Fixkosten, dann das, was zum Leben bleiben soll. Zwei Posten werden dabei regelmäßig vergessen:

  • Wer privat krankenversichert ist, zahlt den Beitrag weiter, bei Angestellten künftig ohne den Anteil des Arbeitgebers.
  • Die Altersvorsorge läuft ohne Einkommen nicht von allein weiter.

Nach oben setzen die Versicherer eine Angemessenheitsgrenze: überwiegend rund 60 Prozent des Bruttoeinkommens, bei manchen Häusern etwa 80 Prozent des Nettoeinkommens mit sinkenden Sätzen für höhere Einkommensteile.

Wie lange sollte die BU laufen, und bis wann kann ich abschließen?

Bis 65 oder bis 67. Ich rate meist zu einer höheren Rente bis 65 statt einer kleineren bis 67, denn die letzten beiden Jahre kauft man überproportional teuer ein.

Endet der Vertrag mit 65, fehlen bis zur gesetzlichen Rente in der Regel zwei Jahre. Legen Sie die Ersparnis beim Beitrag deshalb zurück, damit diese Zeit überbrückt ist.

Abschließen sollten Sie früh. Ein Höchstalter für den Abschluss legt zwar jeder Versicherer selbst fest, aber mit jedem Jahr wächst die Krankenakte, und der Beitrag steigt.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Der Beitrag hängt an Alter, Beruf, Gesundheit, Rentenhöhe und Laufzeit. Entscheiden sollten aber die Bedingungen, denn nach einer Diagnose ist ein zweiter Abschluss oft nicht mehr möglich.

Am stärksten wirken Alter und Beruf. Die Gesellschaften sortieren Tätigkeiten in Berufsgruppen, und je körperlicher die Arbeit, desto höher der Beitrag. Drei Dinge sind dabei wichtiger als der Einstiegspreis:

  • Das Eintrittsalter bestimmt den Beitrag für die ganze Laufzeit, wer früh abschließt, zahlt also dauerhaft weniger. Garantiert ist dabei der Bruttobeitrag; der heutige Zahlbeitrag kann je nach Tarif bis dorthin steigen.
  • Der günstigste Tarif ist nicht der, der im Leistungsfall am ehesten zahlt.
  • Mit einer Nachversicherungsgarantie erhöhen Sie die Rente bei Heirat, Geburt oder Gehaltssprung ohne neue Gesundheitsfragen. Wer heute knapp kalkuliert, braucht sie morgen.

Was ist, wenn ich wegen der Psyche in Behandlung war?

Pauschal abgelehnt wird deswegen niemand. Wie es ausgeht, hängt vor allem am zeitlichen Abstand.

Das ist die häufigste Sorge, und sie hat einen Grund. Psychische Erkrankungen und Nervenleiden sind nach der Auswertung von Morgen & Morgen aus dem Jahr 2026 mit rund 39 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Entsprechend genau prüfen die Versicherer.

  • Wer drei bis fünf Jahre ohne Symptome und ohne Behandlung ist, gilt meist als versicherbar.
  • Verschweigen ist der schlechteste Weg. Eine nicht angegebene Therapie kann den Schutz Jahre später rückwirkend kosten.
  • Der saubere Weg ist die anonyme Voranfrage. Ihre Daten gehen ohne Namen an mehrere Häuser, ein abgelehnter Antrag entsteht dabei nicht.

Zahlt die Versicherung im Ernstfall wirklich?

Häufiger, als der Ruf vermuten lässt: Rund 80 Prozent der Entscheidungen fielen 2024 zugunsten der Versicherten aus.

Franke und Bornberg haben dafür über 36.000 Leistungsfälle aus dem Jahr 2024 ausgewertet. Bei den Ablehnungen geht es fast nie um Ausflüchte, sondern um zwei Dinge:

  • In rund 60 Prozent der Fälle war der Grad von 50 Prozent nicht erreicht.
  • In etwa 27 Prozent ist der Versicherer zurückgetreten oder hat angefochten, weil im Antrag Angaben fehlten oder falsch waren.

Die Verweisung, über die am meisten geredet wird, macht unter einem Prozent aus. Beide Zahlen zeigen, dass über die Leistung vor allem entscheidet, wie sauber der Vertrag zustande gekommen ist.

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