Reicht meine Inhaltsversicherung nicht?
Für die meisten Schäden an Geräten nicht. Die Inhaltsversicherung zahlt in der Regel nur bei den genannten Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruchdiebstahl. Die Elektronikversicherung zahlt grundsätzlich für jeden unvorhergesehenen Schaden, den die Bedingungen nicht ausschließen.
Typische Schäden, für die nur die Elektronikversicherung zahlt:
- der Laptop, der vom Schreibtisch fällt
- Kaffee in der Tastatur
- eine Überspannung aus dem Stromnetz ohne Blitzschlag
- ein Kurzschluss oder ein Bedienfehler
Viele Betriebe haben beide Verträge. Damit kein Gerät doppelt versichert ist und keines durchrutscht, stimme ich die beiden Verträge aufeinander ab.
Mein Laptop ist im Zug liegen geblieben – zahlt die Versicherung?
In aller Regel nicht. Versichert ist das Abhandenkommen durch Diebstahl, Einbruchdiebstahl oder Raub, nicht das Vergessen und nicht die Unterschlagung.
- Verloren ist nicht gestohlen: Wer ein gefundenes Gerät behält, begeht in aller Regel eine Unterschlagung, keinen Diebstahl.
- Im Zug: Dort kann das Mitnehmen im Einzelfall doch als Diebstahl gelten, weil liegen gebliebene Sachen in der Obhut der Bahn sein können. Nachweisen lässt sich das im Schadenfall aber kaum, verlassen sollten Sie sich darauf nicht.
- Aus der Tasche gestohlen: Dann greift die Außenversicherung, sofern sie vereinbart ist und Ihr Vertrag den einfachen Diebstahl nicht ausschließt, mit ihrer Grenze und ihrem Selbstbehalt.
- Selbstbehalt unterwegs: Bei Diebstahl unterwegs kann ein eigener, höherer Selbstbehalt anfallen.
- Im Auto: Die Bedingungen, die ich gelesen habe, verlangen geschlossene Fenster und ein geschlossenes Dach sowie abgeschlossene Türen.
Außerhalb des Betriebs gelten außerdem diese Regeln.
- Homeoffice: Firmengeräte im Homeoffice sind in den Verträgen mit Schutz unterwegs, die ich gelesen habe, mitversichert. Je nach Vertrag gilt das Homeoffice als Betriebsgrundstück, oder es greift der Schutz unterwegs mit dessen Grenze.
- Private Geräte: Private Geräte Ihrer Mitarbeitenden gehören in deren eigene Hausratversicherung, sofern sie eine haben. Die zahlt in ihrer Grundform nur bei benannten Gefahren wie Feuer, Leitungswasser oder Einbruch.
- Umzug: Beim Umzug zwischen Standorten gibt es in den üblichen Bedingungen keinen Schutz, das gehört vorher geklärt.
Wird ein Gerät gestohlen, zeigen Sie das unverzüglich bei der Polizei an, denn das verlangen die Bedingungen.
Zahlt sie, wenn ein Mitarbeiter das Gerät fallen lässt oder falsch bedient?
Ja. Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit und Fahrlässigkeit sind gerade die Schäden, für die es die Elektronikversicherung gibt.
Handelt ein Mitarbeiter grob fahrlässig, kürzt der Versicherer nicht. Es zählt nur das Verhalten des Inhabers oder einer Führungskraft, die den Betrieb verantwortlich leitet. Für diesen Fall verzichten gute Bedingungen auf die Kürzung, manche nur bis zu einer Grenze.
- Absicht: Nicht versichert ist, wenn Sie selbst oder eine verantwortliche Führungskraft ein Gerät absichtlich beschädigen. Zerstört ein Mitarbeiter oder ein Fremder ein Gerät absichtlich, zahlt der Versicherer und holt sich das Geld beim Täter zurück.
- Verschleiß: Nicht versichert ist der normale Verschleiß, etwa der Akku, der mit der Zeit nachlässt. Geht ein Akku durch einen Sturz oder eine Überspannung kaputt, ist das dagegen ein versicherter Schaden.
Zahlt die Elektronikversicherung bei einem Hackerangriff?
In den Bedingungswerken, die ich gelesen habe, nicht, denn Schadsoftware ist dort ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Datenversicherung zahlt dort die Wiederherstellung nach einem Geräteschaden oder einem Bedienfehler. Die Musterbedingungen kennen allerdings eine Klausel, die die Wiederherstellung auch nach einem Angriff vorsieht. Ob Ihr Vertrag sie enthält, steht in seinen Bedingungen. Auch diese Klausel zahlt nie die folgenden Posten.
- Lösegeld
- Ansprüche Dritter
- die Kosten der Datenschutzpflichten
- den Ertragsausfall
Für den Angriff selbst ist die Cyberversicherung gebaut.
Für mein Gerät gibt es keine Ersatzteile mehr – was dann?
Dann zahlen die üblichen Bedingungen bei einem Teilschaden höchstens noch den Zeitwert, auch wenn das Gerät bis gestern einwandfrei lief.
- Voraussetzungen: Die Reparatur wäre nicht teurer als ein neues Gerät, und serienmäßig hergestellte Ersatzteile sind nicht mehr zu bekommen.
- Auch verhandelte Werke: Kein Bedingungswerk, das ich gelesen habe, hebt diese Regel auf, auch kein verhandeltes.
Bei älteren Spezialgeräten gehören deshalb vor dem Schaden drei Fragen geklärt.
- Wie alt ist das Gerät?
- Wie lange liefert der Hersteller noch Teile?
- Was würde ein Nachfolgemodell kosten?
Auch bei Röhren zahlt der Vertrag nicht immer den vollen Neuwert.
- Röntgen- und andere Röhren: Nach den Musterbedingungen sind sie nur gegen wenige benannte Gefahren wie Brand, Leitungswasser oder Einbruch versichert.
- Alle Gefahren mit Abzug: Manche Verträge versichern Röhren gegen alle Gefahren, ziehen dann aber nach Alter oder Nutzung ab.
- Endoskope und Schallköpfe: Einen solchen Abzug kennen manche Verträge auch hier.
Der Hersteller gibt doch Garantie – wozu dann die Versicherung?
Eine Garantie deckt Mängel, aber keine Ereignisse wie den Sturz vom Tisch, das verschüttete Wasser oder die Überspannung nach einem Gewitter.
Wo ein Hersteller, Händler oder Reparaturbetrieb für einen Schaden einstehen müsste, ist die Versicherung zwar nachrangig. Bestreitet er seine Pflicht aber, zahlt der Versicherer zunächst selbst.
- Ihr Anspruch: Den Anspruch gegen ihn machen dann Sie geltend, auf Kosten und nach Weisung des Versicherers.
- Rückzahlung: Folgen Sie einer Weisung nicht oder zahlt der Hersteller, Händler oder Reparaturbetrieb später doch, geht die Entschädigung zurück.
- Kein Sondervorteil: Diese Regelung steht schon in den Musterbedingungen und ist kein besonderer Vorzug eines Vertrags. Sie bedeutet aber, dass Sie den Streit nicht auf eigenes Kostenrisiko führen.
Auch gegenüber der Inhaltsversicherung kann die Elektronikversicherung nachrangig sein.
- Überschneidung: Wo sich beide Verträge überschneiden, etwa bei Feuer, Leitungswasser oder Einbruch, lassen manche Bedingungswerke die Inhaltsversicherung vorgehen.
- Überspannung durch Blitz: Sie lässt sich in der Inhaltsversicherung per Klausel einschließen. Ob und bis zu welcher Grenze, steht im Vertrag.
Muss ich meine Geräte regelmäßig prüfen lassen?
Ja, sobald Sie Mitarbeitende beschäftigen, für bestimmte Medizingeräte auch ohne.
Nach der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 3 müssen elektrische Anlagen und Geräte zu drei Anlässen geprüft werden.
- vor der ersten Inbetriebnahme, außer Hersteller oder Errichter bestätigen den ordnungsgemäßen Zustand
- nach jeder Änderung oder Reparatur
- in regelmäßigen Abständen
Für die regelmäßige Prüfung gelten diese Werte als Orientierung.
- Fest installierte Anlagen: vier Jahre, in medizinisch genutzten Räumen ein Jahr
- Bewegliche Geräte wie Netzteile oder Verlängerungskabel: Richtwert sechs Monate, Höchstwert im Büro zwei Jahre, in Werkstätten ein Jahr
- Medizingeräte: Für bestimmte Medizingeräte kommen die Kontrollen nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung hinzu, mit eigenen Fristen und für jeden Betreiber, auch ohne Mitarbeitende.
Verbindlich sind die Fristen, die Sie als Arbeitgeber in Ihrer Gefährdungsbeurteilung selbst festlegen. Die Werte der DGUV Vorschrift 3 sind dafür Richt- und Höchstwerte.
Für die Versicherung sind diese Prüfungen eine Sicherheitsvorschrift, die Sie einhalten müssen. Halten Sie jede Prüfung schriftlich fest, denn im Schadenfall ist das Ihr Nachweis.
- Verletzte Pflicht: Bei einer verletzten Pflicht oder Sicherheitsvorschrift, etwa der vergessenen Datensicherung, müssen Sie belegen, dass Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben.
Wovon hängt der Beitrag für eine Elektronikversicherung ab?
Eine Zahl nenne ich Ihnen hier bewusst nicht, weil sie sich ohne Ihren Betrieb nicht seriös schätzen lässt.
Was den Beitrag bestimmt, lässt sich dagegen klar sagen.
- die Versicherungssumme, gebildet aus dem Neupreis ohne Rabatt zuzüglich Fracht und Montage. Wer den rabattierten Rechnungsbetrag ansetzt, ist unterversichert. Ohne Unterversicherungsverzicht wird der Schaden dann anteilig gekürzt, nach den üblichen Bedingungen schon bei jeder Unterschreitung, nach dem Gesetz erst bei einer erheblichen.
- Ihre Betriebsart
- welche Gerätegruppen versichert sind, wobei für Medizintechnik eigene Regeln gelten
- was Sie über den Grundschutz hinaus vereinbaren, wie eine höhere Grenze unterwegs, Datenversicherung oder Mehrkosten
- der Selbstbehalt, den Sie tragen wollen
Manche Versicherer machen den bisherigen Schadenverlauf sogar zur Voraussetzung dafür, ob sie den Vertrag überhaupt annehmen. Das Erstgespräch dazu ist kostenfrei.