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Gesundheit

Reise­versicherungen

Was Ihre Krankenkasse im Ausland zahlt, wann der Heimflug teuer wird und welche Reiseversicherungen sich wirklich lohnen: Auslandskranken, Rücktritt und Abbruch, Gepäck.

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Junges Paar geht am Meer entlang, sie liegt ihm lachend im Arm
Worum es geht

Ihr Urlaub bleibt bezahlbar, auch wenn etwas dazwischenkommt

Die Reise ist gebucht, die Vorfreude groß. An Versicherungen denkt dabei kaum jemand, und viele verlassen sich darauf, dass die Krankenkasse im Ausland zahlt wie zu Hause. Das tut sie nur zum Teil, und den Heimflug zahlt sie gar nicht.

Mit dem passenden Reiseschutz zahlt der Versicherer die Behandlung unterwegs und holt Sie nach Hause, in guten Tarifen schon dann, wenn es medizinisch sinnvoll ist. Erkranken Sie oder ein Angehöriger vor der Abreise unerwartet schwer, erstattet er die Stornokosten. Eine Auslandskranken gibt es als Jahresvertrag schon für wenige Euro im Jahr.

Auf dieser Seite sehen Sie, was Ihre Kasse im Ausland zahlt, was ein Rücktransport kostet, wann sich Rücktritt und Abbruch lohnen und was Ihre Hausrat für das Gepäck schon leistet.

Auf einen Blick

Drei Risiken rund um Ihre Reise

1Vor der Reisebis 90 %

des Reisepreises können kurz vor der Abreise als Stornokosten anfallen.

2Unterwegs400.000 €

kann ein Intensivtransport aus Australien kosten. Die gesetzliche Kasse zahlt ihn nicht.

3Ihr Gepäck10 %

Ihrer Hausratsumme sind auf Reisen in der Regel mitversichert, etwa bei Einbruch und Raub.

Stornokosten: typische Staffel bei Pauschalreisen. Rücktransport: Kostenbeispiel des ADAC, Stand 2025. Gepäck: üblicher Wert der Außenversicherung, maßgeblich ist Ihr Hausratvertrag.

Das Wichtigste vorab

  1. Die gesetzliche Kasse zahlt im Ausland nur in der EU, im EWR, in der Schweiz, im Vereinigten Königreich und eingeschränkt in wenigen Abkommensländern wie der Türkei, und dort nach den Regeln des Landes.
  2. Den Heimflug zahlt sie nicht. Eine Auslandskranken schließt beide Lücken für wenig Geld.
  3. Der Reiserücktritt zahlt die Stornokosten bis zur Abreise, der Reiseabbruch danach Mehrkosten und nicht genutzte Leistungen. Beides gehört zusammen.
  4. Schließen Sie den Rücktritt direkt bei der Buchung ab. Ein Rücktrittsgrund, der schon vor dem Abschluss eingetreten ist, ist nicht versichert.
  5. Für Ihr Gepäck prüfen Sie zuerst die Hausrat. Eine eigene Gepäckversicherung brauchen Sie nur, wenn sie nicht reicht.
Die Kasse im Ausland

Im Ausland gelten die Regeln des Landes

In der EU und einigen Nachbarländern werden Sie mit der Gesundheitskarte behandelt wie ein Versicherter des Landes, aber nur bei Ärzten und Kliniken des staatlichen Systems. Privatkliniken, wie es sie in vielen Urlaubsorten gibt, nehmen die Karte meist nicht an. Was nicht zur Grundversorgung gehört oder eine Zuzahlung kostet, zahlen Sie selbst. In allen übrigen Ländern, auch in Teilen Europas, zahlt die Kasse in der Regel nichts.

Europa mit GesundheitskarteWie vor Ort

EU, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Vereinigtes Königreich. Zuzahlungen, die dort üblich sind, tragen Sie selbst.

AbkommensländerEingeschränkt

In diesen sechs Ländern zahlt die Kasse nur, was nicht bis zur Rückkehr warten kann. In Serbien, Montenegro und Nordmazedonien gilt die Gesundheitskarte, für die Türkei, Tunesien und Bosnien-Herzegowina holen Sie vorher einen Auslandskrankenschein.

Alle übrigen LänderIn der Regel nichts

Etwa USA, Kanada, Thailand, Ägypten oder Australien. Ihr Anspruch ruht dort.

Grundlage: VO (EG) 883/2004, die Abkommen mit dem Vereinigten Königreich und den Abkommensländern sowie §§ 13, 16, 18 SGB V. Ein Abkommen mit einem Land heißt nicht, dass die Kasse dort Ihre Behandlung zahlt. Für Israel und den Kosovo fragen Sie vor der Reise Ihre Kasse.

  1. Privat versichert

    Nach den Musterbedingungen gilt die private Krankenversicherung in Europa. Außerhalb Europas sind Sie im ersten Monat einer Reise versichert, und wenn Sie wegen der Behandlung nicht zurückkönnen, höchstens zwei Monate länger. Viele Tarife leisten mehr, maßgeblich ist Ihr Vertrag. Prüfen Sie auch, ob der Rücktransport dabei ist. Zahlt eine Auslandskranken die Rechnungen unterwegs, kann Ihre Beitragsrückerstattung erhalten bleiben.

  2. Beamte mit Beihilfe

    Nach dem Beihilferecht des Bundes gelten Kosten in der EU wie im Inland, außerhalb der EU meist nur bis zu dem Betrag, den die Behandlung in Deutschland gekostet hätte. Die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und das Vereinigte Königreich zählen dabei nicht zur EU, und die Länder regeln die Erstattung teils anders. Den Heimflug aus dem Urlaub zahlt die Beihilfe nicht.

Der Rücktransport

Den Heimflug zahlt die gesetzliche Kasse nicht

Wer im Urlaub schwer krank wird, will meist nach Hause. Die Kosten des Rücktransports übernimmt die gesetzliche Kasse nicht, auch nicht innerhalb Europas, und auch die Beihilfe zahlt ihn nicht. In der privaten Krankenversicherung hängt es am Tarif.

Was ein Intensivtransport im Ambulanzflugzeug kosten kann

  • Kanarische Inseln75.000 €
  • Nord- und Südamerika200.000 €
  • Australien, Neuseeland400.000 €

Kostenbeispiele des ADAC für einen Rücktransport nach Deutschland mit intensivmedizinischer Betreuung, Stand 2025. Für einen Krankenwagen mit Arzt von St. Moritz nach München nennt der ADAC rund 2.450 €.

Daran erkennen Sie eine gute Auslandskranken

Acht Kriterien einer guten Auslandskrankenversicherung und die Warnsignale
Mein MaßstabGuter TarifDaran erkennen Sie esWarnsignal
RücktransportGuter Tarif: Medizinisch sinnvoll und vertretbar, oder Klinik voraussichtlich über 14 Tage, oder günstiger als die Behandlung vor OrtWarnsignal: Nur „medizinisch notwendig“, womöglich zusätzlich „ärztlich angeordnet“
VerlängerungGuter Tarif: Verzögert sich die Rückreise unverschuldet, etwa weil Sie nicht transportfähig sind, läuft der Schutz ohne Tagesgrenze weiterWarnsignal: Der Schutz endet am letzten Reisetag oder nach wenigen Tagen
ReisedauerGuter Tarif: Passt zu Ihrer längsten Reise, im Maßstab acht Wochen je Reise im JahresvertragWarnsignal: Ihre Reise ist länger, als der Tarif erlaubt
VorerkrankungGuter Tarif: Ausgeschlossen sind nur Behandlungen, die Grund der Reise sind oder bei Reiseantritt schon feststandenWarnsignal: Bestehende Erkrankungen sind pauschal ausgeschlossen
Suche und BergungGuter Tarif: Mitversichert nach einem Unfall, etwa bis 15.000 €Warnsignal: Fehlt oder ist sehr niedrig
FamilieGuter Tarif: Partner ohne Trauschein und Kinder bis zum Ende des Versicherungsjahres, in dem sie 25 werdenWarnsignal: Nur Ehepartner, Kinder nur bis 18
SelbstbehaltGuter Tarif: Keiner oder ein fester Betrag je Fall, etwa 100 €Warnsignal: Hoch oder unklar geregelt
NotrufGuter Tarif: Rund um die Uhr, im Krankenhaus zahlt der Versicherer die Klinik direktWarnsignal: Nur Erstattung nach der Reise

„Medizinisch notwendig“ kann heißen: erst, wenn vor Ort keine ausreichende Behandlung möglich ist. Ob und wann Sie fliegen, entscheiden die behandelnden Ärzte mit dem Notruf des Versicherers. Die Werte in der Spalte „Guter Tarif“ stammen aus einem Bedingungswerk, das ich als Maßstab nutze (Stand 2026). Sie sind kein Marktstandard, Ihr eigener Tarif kann davon abweichen.

Sven Mocho
Mein Rat

Eine Auslandskranken gehört für mich zu jeder Reise, auch nach Spanien, am besten als Jahresvertrag für alle Reisen. Schließen Sie sie allein ab, ist ein fester Selbstbehalt von 100 € je Fall in Ordnung. Im Paket mit Rücktritt und Abbruch rate ich zu einem Tarif ohne Selbstbehalt.

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Rücktritt und Abbruch

Je später die Absage, desto teurer

Wer eine Pauschalreise absagt, zahlt dem Veranstalter eine Entschädigung. Sie steigt, je näher die Abreise rückt. Ein Widerrufsrecht gibt es in aller Regel nicht, auch nicht bei einer Buchung im Internet. Wird Ihr Kind krank, zahlen Sie trotzdem.

Felix sagt die Familienreise ab: seine Stornokosten

  • bis 30 Tage vorher 20 %960 €
  • bis 15 Tage vorher 35 %1.680 €
  • bis 7 Tage vorher 45 %2.160 €
  • kurz vor der Abreise 90 %4.320 €

Reisepreis 4.800 €. Typische Staffel bei Pauschalreisen, jeder Veranstalter regelt sie in seinen Reisebedingungen selbst. Felix ist ein erfundenes Beispiel.

  1. Der Rücktritt zahlt bis zur Abreise

    Er erstattet die Stornokosten, wenn Sie aus einem versicherten Grund nicht reisen können, oder eine Umbuchung statt der Absage bis zur Höhe der Stornokosten. Versichert ist auch die unerwartet schwere Erkrankung Ihrer Risikopersonen: wer mit Ihnen gebucht und versichert hat, Ihre Angehörigen, Ihr Partner und die Person, die zu Hause Ihre Kinder betreut. Bei großen Gruppen zählen nur noch Angehörige, Partner und die Betreuungsperson.

  2. Der Abbruch zahlt ab der Abreise

    Er zahlt die zusätzlichen Kosten der Rückreise und nicht genutzte Leistungen. In den Bedingungen, die ich als Maßstab nutze, gibt es den ganzen Reisepreis zurück, wenn Sie in der ersten Reisehälfte abbrechen, höchstens bis zum 8. Reisetag.

  3. Wenn es passiert: sofort stornieren

    Jeder Tag Warten kann die Stornokosten erhöhen, die Differenz müssen Sie dann womöglich selbst tragen. Lassen Sie sich die Erkrankung ärztlich bescheinigen und melden Sie den Schaden gleich.

Daran erkennen Sie einen guten Reiserücktritt

Sieben Kriterien einer guten Reiserücktrittsversicherung und die Warnsignale
Mein MaßstabGuter TarifDaran erkennen Sie esWarnsignal
VorerkrankungGuter Tarif: Nicht versichert ist nur, wenn eine in den zwei Wochen vor Abschluss oder Buchung behandelte Erkrankung zurückkehrt oder sich eine in den sechs Monaten davor behandelte unerwartet verschlechtertWarnsignal: Lange Fristen oder bestehende Erkrankungen pauschal ausgeschlossen
AbschlussGuter Tarif: Direkt bei der Buchung, bei früher Buchung spätestens 30 Tage vor der Reise, bei kurzfristiger Buchung innerhalb weniger Tage danachWarnsignal: Spät abgeschlossen: Was zwischen Buchung und Abschluss eintrat, ist nicht versichert
GründeGuter Tarif: Eine lange Liste, auch betriebsbedingte Kündigung, neuer Arbeitsplatz, Wiederholungsprüfung oder erheblicher Schaden am EigentumWarnsignal: Nur Krankheit, Unfall und Tod
RisikopersonenGuter Tarif: Angehörige im weiten Sinn, Partner ohne Trauschein, die Betreuung Ihrer KinderWarnsignal: Nur die Mitreisenden
AbbruchGuter Tarif: Im selben Vertrag, mit vollem Reisepreis bei Abbruch in der ersten Reisehälfte, bis zum 8. TagWarnsignal: Der Abbruch fehlt
SelbstbehaltGuter Tarif: KeinerWarnsignal: 20 % bei Krankheit, mindestens 25 € je Person
SummeGuter Tarif: Der volle Reisepreis aller MitreisendenWarnsignal: Weniger als der Reisepreis

Am wichtigsten ist die Regel zu Erkrankungen, die schon vor der Buchung da waren. Auch hier stammen die Werte der Spalte „Guter Tarif“ aus dem Bedingungswerk, das ich als Maßstab nutze, und sind kein Marktstandard.

Gepäck und Bestand

Erst prüfen, was Sie schon haben

Für Ihr Gepäck gibt es eine eigene Versicherung. Ihre Hausrat reist für bestimmte Gefahren mit, etwa Einbruch und Raub. Eine eigene Gepäckversicherung lohnt sich vor allem, wenn die Hausrat nicht reicht: bei niedriger Hausratsumme, einer Reise über drei Monate oder wenn Sie einfachen Diebstahl und Schäden durch die Airline absichern wollen. Auch Ihre anderen Verträge reisen mit.

Außenversicherung der Hausrat10 % der Summe

Der Teil Ihrer Hausrat, der Ihre Sachen auch unterwegs schützt, in der Regel für drei oder sechs Monate. Sie zahlt bei bestimmten Gefahren wie Einbruch ins Hotelzimmer oder Raub, meist nicht bei einfachem Diebstahl und nicht, wenn die Airline Ihr Gepäck verliert oder beschädigt.

ReisegepäckversicherungSumme frei gewählt

Ein eigener Vertrag für die Reise oder das Jahr. Er zahlt den Zeitwert, also den Neupreis abzüglich Alter und Abnutzung, auch bei Diebstahl und wenn die Airline Gepäck verliert oder beschädigt. Schmuck und Kamera sind oft begrenzt.

Handy, Laptop, TabletIm Maßstab ausgeschlossen

In den Gepäckbedingungen, die ich als Maßstab nutze, sind gerade diese teuren Dinge nicht versichert, in anderen Tarifen oft nur bis zu einer Grenze.

  1. Privat­haftpflicht

    Gilt weltweit, wenn Sie im Urlaub jemandem einen Schaden zufügen. Schäden mit Mietwagen oder Motorroller sind grundsätzlich ausgenommen.

  2. Unfall­versicherung

    Zahlt je nach Vertrag Bergung und Rücktransport, aber in der Regel nur bei einem Unfall, nicht bei einer Krankheit.

  3. Rechtsschutz

    Hilft bei Streit im Ausland, in Europa und den Mittelmeerländern meist voll, in der übrigen Welt oft nur für eine begrenzte Reisedauer und mit niedrigerer Summe.

  4. Kfz-Versicherung

    Der Schutzbrief hilft bei einer Panne. Ob ein Mietwagen im Ausland ausreichend versichert ist, klären wir vor der Reise.

Manche Reisepakete enthalten Haftpflicht, Rechtsschutz oder Unfall. Prüfen Sie Ihre Verträge, bevor Sie doppelt zahlen.

Schritt 1: Ihre Reisen klären

Wohin, wie lange, wie oft im Jahr und wer mitreist.

Im Erstgespräch, rund 20 Minuten

Schritt 2: Ihren Bestand prüfen

Krankenversicherung, Hausrat, Haftpflicht, Unfall und Rechtsschutz.

Damit Sie nichts doppelt zahlen

Schritt 3: Den Schutz zusammenstellen

Auslandskranken als Jahresvertrag. Rücktritt und Abbruch ohne Selbstbehalt, je Reise oder im Jahrespaket. Im Paket prüfen wir, ob die Summe für Ihre teuerste Reise reicht.

Ab zwei Reisen im Jahr ein Vertrag für Krankheit, Rücktritt und Abbruch

Schritt 4: Bedingungen vergleichen

Rücktransport, Vorerkrankungen, Reisedauer und Selbstbehalt.

Nach den Prüflisten auf dieser Seite

Schritt 5: Rechtzeitig abschließen

Rücktritt und Abbruch direkt bei der Buchung, die Notrufnummer vor der Abreise ins Handy.

Bei kurzfristiger Buchung bleiben nur wenige Tage
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Ihr Check

Wann Sie welchen Reiseschutz brauchen und wann nicht

Spricht eher dafür

  • FernreisenIn den meisten Ländern außerhalb der EU zahlt die gesetzliche Kasse nichts, etwa in den USA, in Thailand oder in Ägypten.
  • Jede Reise, auch nach SpanienFür den Heimflug gibt es von der gesetzlichen Kasse kein Geld, auch nicht aus Europa. Ein Intensivtransport von den Kanaren kann nach einem Kostenbeispiel des ADAC rund 75.000 Euro kosten.
  • Privat versichert und auf FernreiseAußerhalb Europas gilt die private Krankenversicherung nach den Musterbedingungen ohne besondere Vereinbarung nur im ersten Monat, viele Tarife erweitern das. Den Rücktransport trägt sie nur, wenn der Tarif ihn ausdrücklich führt.
  • Eine teure Reise, früh gebuchtJe näher die Abreise, desto höher die Stornokosten. Wenige Tage vorher ist fast der ganze Reisepreis weg. Rücktritt und Abbruch zahlen, wenn Sie oder eine Risikoperson unerwartet schwer erkranken.

Spricht eher dagegen

  • Sie wandern aus oder werden entsandtWer auswandert, braucht eine internationale Krankenversicherung, bei einer Entsendung klärt der Arbeitgeber den Schutz. Für ein Auslandsjahr, Au-pair oder Work-and-Travel passt kein normaler Jahresvertrag, dafür gibt es Langzeittarife.
  • Ein bestehender Vertrag deckt schon Behandlung und RücktransportIhr PKV-Tarif kann beides weltweit tragen. Ein Kfz- oder Reise-Schutzbrief oder die Unfallversicherung decken allenfalls den Rücktransport, die Unfallversicherung in der Regel nur nach einem Unfall. Ob und wie weit, steht nur in den Bedingungen.
  • Sie reisen für eine geplante BehandlungVersichert ist das akute Ereignis. Behandlungen, für die Sie erst reisen oder deren Notwendigkeit bei Reiseantritt feststand, und eine planmäßige Dauerbehandlung zahlt kein Reiseschutz.
  • Für Ihr Gepäck reicht die HausratBei Einbruch und Raub unterwegs reist Ihre Hausrat in der Regel mit. Mehr dazu unter „Gepäck und Bestand“.

Nicht sicher, auf welcher Seite Sie stehen? Das klären wir gemeinsam im Erstgespräch. Erstgespräch anfragen (öffnet in neuem Tab)

Titelseite des Leitfadens „Der Urlaub ist gebucht. Ist er auch versichert?“
Lieber erst in Ruhe lesen?

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Häufige Fragen

Ehrliche Antworten

Was kostet eine Auslands­kranken, und wann lohnt sich der Jahresvertrag?

Die Größenordnung ist in dieser Sparte ungewöhnlich niedrig. Für die Auslandskranken rate ich auch bei einer einzigen Reise im Jahr zum Jahresvertrag.

Verbraucherschützer nennen diese Werte:

  • Einzelperson: Jahresverträge ab rund zehn Euro im Jahr
  • Familientarife: etwas mehr

Der Beitrag hängt an vier Größen:

  • ob Sie einzeln, als Paar oder als Familie versichern
  • wie alt Sie sind
  • ob ein Selbstbehalt vereinbart ist
  • ob die Police eine Reise oder ein ganzes Jahr trägt

Am stärksten wirken Alter und Personenkreis. Weil die Beiträge so niedrig sind, ist der Preis hier das schwächste Auswahlkriterium. Zwischen zwei Tarifen liegen wenige Euro im Jahr, zwischen zwei Rücktransportklauseln ein fünf- bis sechsstelliger Betrag. Die Auslandskranken nehmen Sie ohnehin als Jahresvertrag. Offen ist nur, ob Rücktritt und Abbruch mit hineingehören: Wer zweimal oder öfter im Jahr verreist, nimmt sie dazu.

  • Höchstreisedauer: Ein Jahresvertrag versichert beliebig viele Reisen, aber jede nur bis zu einer festen Zahl von Tagen. Aufsichtsbehörde und Verbraucherschutz nennen sechs bis acht Wochen als üblichen Rahmen, einzelne Tarife tragen länger. Für Überwinterer, lange Rundreisen und Sabbaticals ist die Höchstreisedauer die Stelle, an der ein Jahresvertrag versagt.

Ich habe das doch über meine Kreditkarte – reicht das nicht?

Als Ersatz für eine eigene Auslandskranken empfehle ich den Kartenschutz nicht. Die Spielregeln sind je Karte verschieden, und vier Fragen beantworten nur die Kartenbedingungen, nicht der Werbetext.

  • Kartenzahlung: Muss die Reise mit dieser Karte bezahlt worden sein? Bei vielen Karten ja, oft zu einem festen Anteil. Bei anderen gilt der Schutz ohne Kartenzahlung.
  • Reisedauer: Wie lange gilt der Schutz je Reise? Bei vielen Premiumkarten sind es 90 Tage, bei anderen 45 oder weniger.
  • Rücktransport: Steht dort nur „medizinisch notwendig“ oder „medizinisch sinnvoll und vertretbar“? Beides kommt vor. Die enge Fassung legen Gerichte zwar etwas weiter aus als die Versicherer, verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht.
  • Chronische Erkrankungen: Sind sie ausgeschlossen? Manche Karten schließen bekannte chronische Leiden pauschal aus, samt Folgen und allem, was drei Monate vor Reisebeginn behandelt wurde, ohne jede Rückausnahme.

Dazu kommt, was in keiner Klausel steht. Die Deckung gehört zum Kartenvertrag, endet mit ihm und kann sich ändern, ohne dass Sie es merken.

Zahlt der Reiserücktritt, wenn am Urlaubsort Unruhen oder ein Unwetter sind?

In aller Regel nein. Das ist Sache des Reiseveranstalters, nicht Ihres Reiserücktritts.

Der Reiserücktritt zahlt bei Gründen, die Sie oder Ihre Risikopersonen betreffen, etwa eine unerwartet schwere Erkrankung. Unruhen, eine Naturkatastrophe oder ein Lockdown am Ziel gehören in den meisten Tarifen nicht dazu, auch nicht in meinem Maßstab.

Bei einer Pauschalreise können Sie dann aber ohne Entschädigung zurücktreten, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe die Reise erheblich beeinträchtigen (§ 651h Abs. 3 BGB). Bei einzeln gebuchten Flügen und Unterkünften gelten die Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Sind Sie schon vor Ort, zahlen gute Abbruch-Tarife die Mehrkosten, wenn Sie wegen einer Naturkatastrophe länger bleiben müssen.

Auch Ihre eigene Kündigung ist kein Rücktrittsgrund. Versichert ist in guten Tarifen die betriebsbedingte Kündigung durch Ihren Arbeitgeber.

Ich habe eine chronische Erkrankung. Bekomme ich überhaupt einen Vertrag?

In aller Regel ja. Schwerer als andere kaufen Sie hier nicht ein, Sie müssen nur genauer hinsehen.

Die Bedingungen schließen nicht die Person aus, sondern bestimmte Behandlungen:

  • Behandlungen, deren Notwendigkeit bei Reiseantritt bereits feststand
  • Behandlungen, für die Sie überhaupt erst reisen

Verschlechtert sich ein bekanntes Leiden unterwegs unvorhergesehen, zahlen gute Tarife die Behandlung, weil sie bekannte Erkrankungen nicht pauschal ausschließen. Nicht gedeckt bleibt die planmäßige Dauerbehandlung. Wer im Urlaub zur Dialyse muss, klärt das gesondert und vorher. Wichtig sind deshalb zwei Dinge:

  • Prüfen Sie das im Bedingungswerk, nicht im Prospekt.
  • Es gibt Tarife, die bekannte chronische Erkrankungen pauschal ausschließen.

Außerhalb von EU, EWR, Schweiz, Vereinigtem Königreich und Abkommensstaaten zahlt die gesetzliche Kasse nur in einer Ausnahme, die so eng ist, dass sie im Urlaub kaum je greift:

  • Sie gilt nur für Reisende, die sich wegen einer Vorerkrankung oder ihres Alters nachweislich nicht versichern können.
  • Sie müssen das vor der Abreise mit der Kasse geklärt haben.
  • Selbst dann zahlt die Kasse höchstens den deutschen Satz und höchstens sechs Wochen im Kalenderjahr.

Ich komme im Urlaub ins Krankenhaus. Was muss ich tun?

Drei Schritte zählen, in dieser Reihenfolge, und der erste ist der Anruf bei der Notrufnummer Ihres Versicherers.

  • Notruf anrufen: Rufen Sie die Notrufnummer des Versicherers an, möglichst bevor Sie stationär aufgenommen werden. Sie steht auf der Police und gehört vor der Abreise ins Telefon. Die Zentrale sucht ein Krankenhaus, spricht mit den Ärzten vor Ort und gibt der Klinik die Kostenzusage, damit Sie nicht in Vorkasse treten müssen.
  • Vollständige Rechnung verlangen: Ambulante Behandlungen zahlen Sie in aller Regel selbst und reichen sie danach ein. Bestehen Sie auf einer Rechnung, aus der Name, Geburtsdatum, Diagnose, die einzelnen Leistungen sowie Ort und Zeitraum hervorgehen. Eine Pauschalquittung ist ein häufiger Grund, aus dem eine Erstattung liegen bleibt.
  • Ausreisetag belegen: Heben Sie einen Beleg für den Tag Ihrer Ausreise auf. Wo eine Höchstreisedauer gilt, muss der Reisebeginn beweisbar sein.
Sven Mocho, Versicherungsmakler aus Ulm
Sven Mocho Fachwirt für Finanzberatung

Noch Fragen? Ich bin persönlich für Sie da.

Montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr beantworte ich Ihre Fragen persönlich. Ein Erstgespräch dauert rund zwanzig Minuten, am Telefon oder per Video. Wenn wir zusammenarbeiten, erreichen Sie mich auch über meine Kundenapp.

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