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Gesundheit

Pflege­zusatz­versicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkasko: Sie zahlt je Pflegegrad nur bis zu einem Höchstbetrag. Den Rest können Sie beziffern und, solange Sie gesund sind, versichern.

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4,75 von 5 · 256 BewertungenZusammengeführt von ProvenExpert · Stand 12.10.2026

Frau um die fünfzig im beigen Pullover lehnt auf einem hellen Sofa an ein Kissen und blickt ruhig in die Kamera
Worum es geht

Damit Pflege nicht Ihr Erspartes aufzehrt

Spätestens wenn ein Elternteil Hilfe braucht, zeigt sich: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil, gedeckelt je Pflegegrad. Den Rest zahlt, wer gepflegt wird, aus Rente und Erspartem. Im Heim sind das in Baden-Württemberg im ersten Jahr im Schnitt 3.657 € im Monat.

Ein Pflegetagegeld zahlt Ihnen bei einem Pflegegrad einen festen Betrag am Tag, je nach Grad und Tarif ganz oder anteilig. Sie verfügen frei darüber: für das Heim, für einen Pflegedienst oder damit Ihre Familie Sie zu Hause pflegen kann. In guten Tarifen genügt dafür der Bescheid Ihrer Pflegekasse, eine Rechnung brauchen Sie nicht.

Auf dieser Seite sehen Sie, was die Pflegekasse zahlt, wie groß die Lücke im Heim und zu Hause ist, welcher von drei Wegen zu Ihnen passt und woran Sie einen guten Tarif erkennen.

Auf einen Blick

Vom Zuschuss der Kasse zu Ihrem Tagessatz

1Die Pflegekasse599 €

Pflegegeld bei Pflegegrad 3, wenn die Familie pflegt. Ein fester Betrag, kein Kostenersatz.

2Der Eigenanteil3.657 €

zahlen Bewohner eines Heims im ersten Jahr selbst, jeden Monat. Durchschnitt in Baden-Württemberg.

3Das Pflegetagegeldrund 72 €

am Tag bräuchte Petra mit 1.500 € Rente, um ihre Lücke im Heim zu schließen.

Pflegegeld: Leistungsbetrag 2026 nach Bundesgesundheitsministerium. Eigenanteil: Verband der Ersatzkassen, Juli 2026. Petra ist ein erfundenes Beispiel, ihre Rechnung steht unter „Die Lücke“.

Das Wichtigste vorab

  1. Für jeden Pflegegrad gibt es von der Kasse einen festen Höchstbetrag. Was die Pflege mehr kostet, tragen Sie selbst.
  2. Im Heim ist Ihr Eigenanteil ab Pflegegrad 2 in allen Graden gleich. Er sinkt mit der Dauer, aber Unterkunft und Verpflegung bezuschusst die Pflegekasse nie.
  3. In Baden-Württemberg werden 85 % der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, die meisten allein von Angehörigen. Dort zeigt sich die Lücke als Einkommen, das der Familie fehlt.
  4. Das Pflegetagegeld zahlt einen festen Satz am Tag, je nach Pflegegrad ganz oder zum Teil. Sie verwenden ihn frei, auch wenn Ihre Familie pflegt.
  5. Ein reguläres Pflegetagegeld bekommen Sie nur, solange Sie gesund genug sind. Deshalb klären wir Ihre Gesundheit zuerst.

Versorgung zu Hause: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand 15.12.2023.

Was die Kasse zahlt

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss, nicht die Rechnung

Ob und wie viel die Pflegekasse zahlt, hängt am Pflegegrad. Ein Gutachter prüft in sechs Bereichen, wie selbständig Sie noch sind, etwa bei Mobilität, Körperpflege und Gedächtnis. Daraus ergibt sich ein Grad von 1 bis 5, nach dem sich die Leistung richtet.

Was die Pflegekasse im Monat zahlt

Leistungen der Pflegekasse je Pflegegrad im Monat, Stand 2026
Familie pflegtPflegegeldPflegedienstSachleistungIm Heim
Pflegegrad 1––131 €
Pflegegrad 2347 €796 €805 €
Pflegegrad 3599 €1.497 €1.319 €
Pflegegrad 4800 €1.859 €1.855 €
Pflegegrad 5990 €2.299 €2.096 €

Leistungsbeträge 2026 nach Bundesgesundheitsministerium. Zu Hause kommen ab Pflegegrad 1 der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat gegen Nachweis und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 € dazu. Nach dem Regierungsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sollen Pflegegeld und Sachleistung ab 2027 in ein Entlastungs- und ein Sachleistungsbudget aufgehen, bei Pflegegrad 3 mit 630 € und 1.590 €. Für Pflegegrad 1 sind weitere Kürzungen im Gespräch.

  1. Die Sachleistung ist ein Höchstbetrag

    Bis zu diesem Betrag zahlt die Kasse den Pflegedienst. Was der Dienst darüber hinaus abrechnet, zahlen Sie selbst.

  2. Der Zuschlag im Heim wächst mit der Dauer

    Ab Pflegegrad 2 übernimmt die Kasse im Heim zusätzlich einen Teil Ihres pflegebedingten Eigenanteils: 15 % im ersten Jahr, bis 75 % ab dem vierten. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bezuschusst sie nie.

Die Lücke

So viel bleibt im Heim bei Ihnen

Im Heim zahlen Sie einen Eigenanteil. Er ist ab Pflegegrad 2 für alle Grade gleich hoch und sinkt mit der Dauer, weil der Zuschlag der Kasse wächst. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben in voller Höhe bei Ihnen.

Eigenanteil im Heim in Baden-Württemberg, im Monat

  • Erstes Jahr Zuschlag 15 %3.657 €
  • Zweites Jahr Zuschlag 30 %3.297 €
  • Drittes Jahr Zuschlag 50 %2.817 €
  • Ab dem vierten Jahr Zuschlag 75 %2.216 €

Durchschnitt aller Heime in Baden-Württemberg nach dem Verband der Ersatzkassen, Stichtag 01.07.2026, darin Unterkunft und Verpflegung 1.153 € und Investitionskosten 463 €. Bundesweit sind es im ersten Jahr 3.364 €. Ihr Heim kann deutlich abweichen.

  1. Ihren Tagessatz rechnen Sie in vier Zeilen

    Nehmen Sie den Eigenanteil des ersten Jahres und ziehen Sie ab, was Ihnen im Alter frei bleibt: Rente nach Abzügen, Mieteinnahmen, andere Einkünfte. Den Rest teilen Sie durch 30, gerechnet in heutigen Werten. Bei Petra, die 1.500 € Rente erwartet, bleiben 2.157 € im Monat offen, am Tag sind das rund 72 €. Ohne eigenes Einkommen wären es rund 122 €.

  2. Zu Hause fehlt Einkommen, nicht Geld für eine Rechnung

    Sechs von sieben Pflegebedürftigen im Land leben zu Hause, so die Landesstatistik für Ende 2023. Pflegt die Familie, entsteht keine Rechnung. Es fehlt Einkommen, wenn jemand weniger arbeitet. Das Pflegegeld der Kasse, bei Pflegegrad 3 sind es 599 €, können Sie an die Person weitergeben, die Sie pflegt.

  3. Zu Hause entscheidet die Staffel

    In beiden Tarifwerken, deren Bedingungen ich gelesen habe, kommt zu Hause im Grundtarif bis Pflegegrad 4 nur ein Teil des Tagessatzes an, in einem davon bei Pflegegrad 1 gar nichts. Beide Versicherer bieten Zusatzbausteine, die den Anteil zu Hause anheben. Im Grundtarif eines Tarifs aus der Spitzengruppe meines Vergleichs kommen von 50 € am Tag bei Pflegegrad 2 zu Hause 30 % an, rund 450 € im Monat. Im Heim zahlt er bei Pflegegrad 2 schon den vollen Satz, zu Hause erst bei Pflegegrad 5.

Sven Mocho
Mein Rat

Rechnen Sie mit dem Heim und schauen Sie auf die Staffel zu Hause. Meist empfehle ich 50 € am Tag, weil höhere Sätze schnell teuer werden. Bei Petra deckt das rund 70 % der Lücke, den Rest trägt ihr Erspartes.

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Drei Wege

Drei Verträge, die verschieden zahlen

Privat lässt sich die Pflege auf drei Arten absichern. Alle zahlen bei einem Pflegegrad, aber auf verschiedene Weise. Über mich läuft ausschließlich das Pflegetagegeld.

Pflegetagegeld · KrankenversichererFester Satz je Tag

Zahlt je Pflegegrad den vereinbarten Anteil des Tagessatzes, frei verwendbar, auch für Unterkunft und Verpflegung im Heim und wenn die Familie pflegt. Der Beitrag kann steigen.

Pflegekosten · KrankenversichererErstattet Rechnungen

Ersetzt nachgewiesene Pflegekosten, meist gedeckelt. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung erstattet dieser Vertrag in aller Regel nicht, Pflege durch die Familie wenig oder gar nicht.

Pflegerente · LebensversichererFeste Rente

Zahlt je Pflegegrad eine Rente, gleich wer pflegt. Der Beitrag ist stabiler, aber im Einstieg deutlich höher, dazu kommt meist ein Sparanteil mit Rückkaufswert.

  1. Warum ich nur das Pflegetagegeld vermittle

    Es zahlt auch dann, wenn keine Rechnung entsteht, und kommt ohne Sparanteil aus. Absicherung und Sparen halte ich für besser getrennt.

  2. Der Pflege-Bahr ist für mich eine Notlösung

    Der Staat gibt 5 € Zulage im Monat bei mindestens 10 € Eigenbeitrag, ohne Gesundheitsprüfung. Dafür gilt eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren, und die Mindestleistung liegt bei 600 € im Monat in Pflegegrad 5. Er kommt in Frage, wenn ein regulärer Vertrag an der Gesundheit scheitert, Sie volljährig sind und noch nie selbst als Pflegebedürftiger Leistungen der Pflegeversicherung bekommen haben.

Tarifqualität

Zwei Tarife mit 50 € Tagessatz zahlen nicht dasselbe

Die Musterbedingungen sagen die Leistung zu und schränken sie im selben Werk wieder ein. Ich frage deshalb, auf welche Einschränkungen ein Tarif verzichtet. Diese zehn Punkte prüfe ich in dieser Reihenfolge.

Daran erkennen Sie ein gutes Pflegetagegeld

Zehn Kriterien eines guten Pflegetagegelds und die Warnsignale
Mein MaßstabGuter TarifDaran erkennen Sie esWarnsignal
PflegegradGuter Tarif: Der Bescheid Ihrer Pflegekasse gilt auch für den VersichererWarnsignal: Keine Klausel, die den Bescheid für maßgebend erklärt
StaffelGuter Tarif: Leistung ab Pflegegrad 1, im Heim voller Satz ab Pflegegrad 2, zu Hause steigendWarnsignal: Im Heim unter 100 % ab Pflegegrad 2, bei Pflegegrad 1 nichts
Klinik, Reha, KurGuter Tarif: Das Tagegeld läuft in voller Höhe weiter, ohne Zeitgrenze und ohne MeldepflichtWarnsignal: Keine Leistung während Krankenhaus, Reha und Kur
WartezeitGuter Tarif: Keine, auch nicht für spätere ErhöhungenWarnsignal: Drei Jahre, oder eine neue Wartezeit bei jeder Erhöhung
DynamikGuter Tarif: Regelmäßige Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung, auch im Pflegefall, ohne frühes HöchstalterWarnsignal: Endet vor 70 oder schon nach einer Ablehnung
NachversicherungGuter Tarif: Erhöhen bei Heirat, Geburt, Immobilienkauf und Rentenbeginn, mit klaren GrenzenWarnsignal: Wenige Anlässe, kurze Fristen
BeitragsbefreiungGuter Tarif: Kein Beitrag im Pflegefall, spätestens ab Pflegegrad 5Warnsignal: Der Beitrag läuft im Pflegefall weiter
NachweiseGuter Tarif: Der Bescheid genügt, kein eigener Arzt des Versicherers, keine RechnungenWarnsignal: Eigene Untersuchung, Kostennachweise
Zweiter VertragGuter Tarif: Später bei einem anderen Versicherer aufstocken, ohne den ersten um Erlaubnis zu fragenWarnsignal: Einwilligung des ersten Versicherers nötig
AuslandGuter Tarif: Leistung weltweit, der Vertrag läuft beim Wegzug weiterWarnsignal: Leistung nur bei Pflege im Inland, der Vertrag endet beim Wegzug

Musterbedingungen: MB/EPV 2017 der privaten Krankenversicherer. Die Spalte „Guter Tarif“ ist mein Maßstab, kein Marktstandard. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Tarifs.

  1. Die Schwelle zum Pflegegrad soll steigen

    Das Bundeskabinett hat am 30.09.2026 den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen, gelten soll es überwiegend ab 2027. Für die Pflegegrade 1 bis 3 soll es dann mehr Punkte aus der Begutachtung brauchen, für Pflegegrad 1 zum Beispiel 15 statt 12,5 Punkte. Wer schon einen Pflegegrad hat, soll ihn behalten, eine spätere Höherstufung soll aber nach den neuen Schwellen laufen. Bundestag und Bundesrat haben noch nicht entschieden.

  2. Auch laufende Verträge wären betroffen

    Die Musterbedingungen und die Werke, die ich gelesen habe, verweisen für den Pflegegrad auf das Gesetz. Ändert sich das Gesetz, würde sich der Auslöser eines solchen Vertrags ändern, ohne dass dort eine Zeile neu geschrieben wird.

  3. Darum zählen Dynamik und Nach­versicherung

    Ein Erhöhungsrecht für diesen Fall habe ich in den Bedingungen, die mir vorliegen, nicht gefunden. Umso wichtiger sind die Dynamik, die Nachversicherung und das Recht, später bei einem zweiten Versicherer aufzustocken.

Schritt 1: Ihre Gesundheit klären

Vor jedem Antrag, denn ein Versicherer muss Sie für ein reguläres Pflegetagegeld nicht annehmen.

Im Erstgespräch, rund 20 Minuten

Schritt 2: Ihren Tagessatz rechnen

Eigenanteil im Heim minus Ihr Einkommen im Alter, mit Ihren Zahlen.

Meine Empfehlung: meist 50 € je Tag

Schritt 3: Die Staffel ansehen

Pflegegrad für Pflegegrad: was zu Hause und im Heim ankommt.

Damit Sie wissen, was Ihre Familie bekommt

Schritt 4: Bedingungen vergleichen

Pflegegrad, Klinik, Wartezeit, Dynamik und Nachversicherung.

Nach der Prüfliste auf dieser Seite

Schritt 5: Den Antrag stellen

Erst wenn absehbar ist, dass der Versicherer Sie annimmt.

Ein abgelehnter Antrag kann jeden weiteren erschweren
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Ihr Check

Wann ein Pflegetagegeld passt und wann nicht

Spricht eher dafür

  • Ihr Einkommen deckt den Eigenanteil nichtReichen Rente und andere Einkünfte im Heim nicht, zahlen Sie den Rest aus Ihrem Vermögen. Das trifft auch den Nachlass.
  • Angehörige sollen Sie pflegen könnenÜber das Tagegeld verfügen Sie frei, etwa damit jemand aus der Familie weniger arbeiten kann. Gute Tarife zahlen dann denselben Satz wie bei einem Pflegedienst, zu Hause gestaffelt nach Pflegegrad.
  • Sie sind noch gesundMit jedem Jahr, das Sie warten, wird der Einstiegsbeitrag höher und die Annahme unsicherer. Wer heute gesund ist, hat die meisten Möglichkeiten.
  • Ein Elternteil wird gerade gepflegtDann kennen Sie die Lücke aus der Nähe. Prüfen Sie Ihre eigene, solange Sie gesund sind.

Spricht eher dagegen

  • Ihre Arbeitskraft ist noch nicht abgesichertWer noch arbeitet, sichert zuerst die Berufsunfähigkeit ab. Danach kommt die Pflege.
  • VorerkrankungenSie können dazu führen, dass der Versicherer Sie ablehnt. Scheitert der reguläre Weg, bleibt der Pflege-Bahr, wenn Sie bisher keine Leistungen als Pflegebedürftiger bekommen haben. In der Mindesthöhe reicht er nicht aus.
  • Sie wollen einen festen BeitragDer Beitrag zum Pflegetagegeld kann mit Zustimmung eines Treuhänders steigen. Bei der Pflegerente schwankt der Beitrag weniger, er ist zu Beginn aber deutlich höher.
  • Sie wollen nur Ihre Kinder schützenVor dem Elternunterhalt schützt sie in aller Regel schon die Grenze von 100.000 € Einkommen je Kind, dafür brauchen Sie kein Pflegetagegeld. Geschenktes und Ihren Nachlass schützt diese Grenze aber nicht.
Titelseite des Leitfadens „Die Pflegeversicherung ist nur eine Teilkasko.“
Lieber erst in Ruhe lesen?

Die Pflege­versicherung ist nur eine Teilkasko.

Mein Leitfaden zum Pflegetagegeld: zwölf Seiten mit den Leistungen der Pflegekasse, Ihrer Bedarfsrechnung, der Prüfliste, vier Beispielen und Ihrem Check zum Ausfüllen.

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Kostenfrei als PDF, ich schicke ihn Ihnen per E-Mail.

Häufige Fragen

Ehrliche Antworten

Wovon hängt der Beitrag ab – und kann er später steigen?

Der Beitrag hängt vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand bei Abschluss und vom vereinbarten Tagessatz ab. Und ja, er kann steigen.

Kalkuliert wird wie in der privaten Krankenversicherung. In jungen Jahren zahlen Sie mehr, als das Risiko in diesem Alter kostet, damit der Beitrag im Alter nicht dem Risiko folgt. Eine Anpassung ist unter zwei Voraussetzungen erlaubt (§ 203 VVG, § 155 VAG):

  • Die Leistungen weichen dauerhaft um mehr als 10 Prozent oder einen im Tarif festgelegten niedrigeren Wert von der Kalkulation ab, oder die Sterbewahrscheinlichkeiten um mehr als 5 Prozent.
  • Ein Treuhänder muss zustimmen.

Damit Sie eine Größenordnung haben: Für 50 € am Tag zahlen meine Beispielpersonen in einem Tarif, der in meinem Vergleich vorn liegt, mit Leistung ab Pflegegrad 1 und Beginn am 01.12.2026, ohne Zuschläge für Vorerkrankungen, im Monat:

  • mit 29 Jahren: 33,05 €
  • mit 34 Jahren: 40,35 €
  • mit 41 Jahren: 53,60 €
  • mit 53 Jahren: 91,40 €

Ihr eigener Beitrag hängt an Ihrem Alter, Ihrer Gesundheit und der gewählten Höhe.

Aussuchen sollten Sie den Tarif aber nach den Bedingungen, nicht nach dem Preis. Für bessere Leistungen stellt der Versicherer später in der Regel erneut Gesundheitsfragen, und mit einer Diagnose ist der Wechsel oft nicht mehr möglich. Ohne neue Prüfung erhöhen nur die vereinbarte Dynamik und die Nachversicherung bei den im Vertrag genannten Anlässen den Tagessatz.

Wann sollte ich abschließen – und was, wenn ich Vorerkrankungen habe?

Je früher, desto günstiger und desto wahrscheinlicher überhaupt noch möglich. Weil es beim regulären Pflegetagegeld keinen Anspruch auf Annahme gibt, klären wir zuerst Ihre Gesundheit und danach den Tarif.

Schwerer wiegt die Annahme selbst: Eine Gesundheitsprüfung ist hier der Normalfall. Wer die Reihenfolge umdreht, kann mit dem ersten abgelehnten Antrag Möglichkeiten verlieren, die er vorher noch hatte.

Anzugeben ist, wonach gefragt wird, denn die Reichweite der gestellten Fragen bestimmt die Reichweite Ihrer Anzeigepflicht (§ 19 VVG). Wer aber einen Umstand bewusst verschweigt, der offensichtlich für das Risiko zählt und so ungewöhnlich ist, dass niemand danach fragen würde, riskiert die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung.

Scheitert der reguläre Weg an der Gesundheitsprüfung, bleibt der staatlich geförderte Pflege-Bahr, sofern Sie selbst noch keine Pflegeleistungen bezogen haben. Mehr dazu unter „Drei Wege“.

Zahlt die Versicherung auch bei Demenz?

In der Regel ja. Nach den Musterbedingungen hängt die Leistung am Pflegegrad nach dem Gesetz, und in diesen fließen geistige Einschränkungen ebenso ein wie körperliche.

Seit 2017 sind kognitive und kommunikative Fähigkeiten ein eigener Bereich der Begutachtung (§ 14 Abs. 2 und § 15 SGB XI). Eine Demenz allein löst deshalb noch keine Leistung aus, sondern erst der festgestellte Pflegegrad. Wird jemand auf richterliche Anordnung untergebracht, etwa in einer geschützten Einrichtung, zahlt der Vertrag nach den Musterbedingungen nur, wenn die Unterbringung allein auf der Pflegebedürftigkeit beruht. Bessere Tarife verzichten darauf, das prüfe ich vor dem Abschluss.

Müssen meine Kinder für mich zahlen?

In aller Regel nicht. Der Rückgriff auf die Kinder greift erst ab einem Gesamteinkommen von über 100.000 Euro im Jahr je Kind.

Reichen Rente und Vermögen nicht aus, tritt die Hilfe zur Pflege ein, und das Sozialamt prüft den Elternunterhalt, also den Rückgriff auf die Kinder. Die Grenze dafür gilt seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Vier Einzelheiten gehören dazu:

  • Die Grenze gilt je Kind. Das Einkommen der Geschwister bleibt außer Betracht.
  • Das Einkommen von Ehepartner oder Schwiegerkind zählt für diese Grenze nicht mit.
  • Es gilt eine Vermutungsregel. Das Sozialamt geht davon aus, dass die Grenze nicht überschritten ist, und Auskunft muss ein Kind erst geben, wenn konkrete Anhaltspunkte dagegen sprechen.
  • Maßgeblich ist das Gesamteinkommen, also alle Einkünfte nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben, auch aus Vermietung oder Kapital.

Reicht Ihr eigenes Einkommen nicht, trifft die Pflege deshalb vor allem Ihr Vermögen und den Nachlass und nur selten das Einkommen der Kinder. Die 100.000-Euro-Grenze gilt dagegen nicht für Schenkungen: Was Sie in den zehn Jahren vor Ihrer Bedürftigkeit verschenkt haben, kann das Sozialamt zurückfordern, soweit es für die Pflegekosten nötig ist (§§ 528, 529 BGB). Übliche Gelegenheitsgeschenke sind ausgenommen (§ 534 BGB).

Bin ich im Ausland versichert – und was, wenn ich auswandere?

Nach den Musterbedingungen gilt der Schutz nur für Pflege in Deutschland, und mit dem Wegzug endet der Vertrag. Gute Verträge regeln beides anders.

Das sind zwei verschiedene Fragen, und die Musterbedingungen beantworten beide streng:

  • Pflege im Ausland: Gedeckt ist nur Pflege im Inland. Die Erweiterung auf die Europäische Union und den Europäischen Wirtschaftsraum, die im selben Werk steht, ist ausdrücklich der Pflegekostenversicherung vorbehalten.
  • Wegzug: Nach den Musterbedingungen endet der Vertrag, wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen. Er ruht nicht.

Gute Verträge bieten weltweiten Schutz in unveränderter Höhe und eine Fortführung nach dem Wegzug, die nicht am Fortbestand einer deutschen Pflegepflichtversicherung oder an einem deutschen Konto hängt. In den beiden Werken, die ich gelesen habe, läuft die Fortsetzung von selbst. Es gibt aber Tarife, bei denen Sie sie innerhalb einer Frist verlangen müssen, sonst endet der Vertrag doch.

In beiden Werken, die ich dazu gelesen habe, tragen Sie die Mehrkosten einer Begutachtung im Ausland. In dem Tarifvergleich, mit dem ich arbeite, steht das nicht.

Sven Mocho, Versicherungsmakler aus Ulm

Sven Mocho, Versicherungsmakler, Fachwirt für Finanzberatung

Noch Fragen? Ich bin persönlich für Sie da.

Ein Erstgespräch dauert rund zwanzig Minuten, am Telefon oder per Video. Kostenfrei und unverbindlich.

Montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr · service@mocho-makler.de

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