Wovon hängt der Beitrag ab – und kann er später steigen?
Der Beitrag hängt vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand bei Abschluss und vom vereinbarten Tagessatz ab. Und ja, er kann steigen.
Kalkuliert wird wie in der privaten Krankenversicherung. In jungen Jahren zahlen Sie mehr, als das Risiko in diesem Alter kostet, damit der Beitrag im Alter nicht dem Risiko folgt. Eine Anpassung ist unter zwei Voraussetzungen erlaubt (§ 203 VVG, § 155 VAG):
- Die Leistungen weichen dauerhaft um mehr als 10 Prozent oder einen im Tarif festgelegten niedrigeren Wert von der Kalkulation ab, oder die Sterbewahrscheinlichkeiten um mehr als 5 Prozent.
- Ein Treuhänder muss zustimmen.
Damit Sie eine Größenordnung haben: Für 50 € am Tag zahlen meine Beispielpersonen in einem Tarif, der in meinem Vergleich vorn liegt, mit Leistung ab Pflegegrad 1 und Beginn am 01.12.2026, ohne Zuschläge für Vorerkrankungen, im Monat:
- mit 29 Jahren: 33,05 €
- mit 34 Jahren: 40,35 €
- mit 41 Jahren: 53,60 €
- mit 53 Jahren: 91,40 €
Ihr eigener Beitrag hängt an Ihrem Alter, Ihrer Gesundheit und der gewählten Höhe.
Aussuchen sollten Sie den Tarif aber nach den Bedingungen, nicht nach dem Preis. Für bessere Leistungen stellt der Versicherer später in der Regel erneut Gesundheitsfragen, und mit einer Diagnose ist der Wechsel oft nicht mehr möglich. Ohne neue Prüfung erhöhen nur die vereinbarte Dynamik und die Nachversicherung bei den im Vertrag genannten Anlässen den Tagessatz.
Wann sollte ich abschließen – und was, wenn ich Vorerkrankungen habe?
Je früher, desto günstiger und desto wahrscheinlicher überhaupt noch möglich. Weil es beim regulären Pflegetagegeld keinen Anspruch auf Annahme gibt, klären wir zuerst Ihre Gesundheit und danach den Tarif.
Schwerer wiegt die Annahme selbst: Eine Gesundheitsprüfung ist hier der Normalfall. Wer die Reihenfolge umdreht, kann mit dem ersten abgelehnten Antrag Möglichkeiten verlieren, die er vorher noch hatte.
Anzugeben ist, wonach gefragt wird, denn die Reichweite der gestellten Fragen bestimmt die Reichweite Ihrer Anzeigepflicht (§ 19 VVG). Wer aber einen Umstand bewusst verschweigt, der offensichtlich für das Risiko zählt und so ungewöhnlich ist, dass niemand danach fragen würde, riskiert die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung.
Scheitert der reguläre Weg an der Gesundheitsprüfung, bleibt der staatlich geförderte Pflege-Bahr, sofern Sie selbst noch keine Pflegeleistungen bezogen haben. Mehr dazu unter „Drei Wege“.
Zahlt die Versicherung auch bei Demenz?
In der Regel ja. Nach den Musterbedingungen hängt die Leistung am Pflegegrad nach dem Gesetz, und in diesen fließen geistige Einschränkungen ebenso ein wie körperliche.
Seit 2017 sind kognitive und kommunikative Fähigkeiten ein eigener Bereich der Begutachtung (§ 14 Abs. 2 und § 15 SGB XI). Eine Demenz allein löst deshalb noch keine Leistung aus, sondern erst der festgestellte Pflegegrad. Wird jemand auf richterliche Anordnung untergebracht, etwa in einer geschützten Einrichtung, zahlt der Vertrag nach den Musterbedingungen nur, wenn die Unterbringung allein auf der Pflegebedürftigkeit beruht. Bessere Tarife verzichten darauf, das prüfe ich vor dem Abschluss.
Müssen meine Kinder für mich zahlen?
In aller Regel nicht. Der Rückgriff auf die Kinder greift erst ab einem Gesamteinkommen von über 100.000 Euro im Jahr je Kind.
Reichen Rente und Vermögen nicht aus, tritt die Hilfe zur Pflege ein, und das Sozialamt prüft den Elternunterhalt, also den Rückgriff auf die Kinder. Die Grenze dafür gilt seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (§ 94 Abs. 1a SGB XII). Vier Einzelheiten gehören dazu:
- Die Grenze gilt je Kind. Das Einkommen der Geschwister bleibt außer Betracht.
- Das Einkommen von Ehepartner oder Schwiegerkind zählt für diese Grenze nicht mit.
- Es gilt eine Vermutungsregel. Das Sozialamt geht davon aus, dass die Grenze nicht überschritten ist, und Auskunft muss ein Kind erst geben, wenn konkrete Anhaltspunkte dagegen sprechen.
- Maßgeblich ist das Gesamteinkommen, also alle Einkünfte nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben, auch aus Vermietung oder Kapital.
Reicht Ihr eigenes Einkommen nicht, trifft die Pflege deshalb vor allem Ihr Vermögen und den Nachlass und nur selten das Einkommen der Kinder. Die 100.000-Euro-Grenze gilt dagegen nicht für Schenkungen: Was Sie in den zehn Jahren vor Ihrer Bedürftigkeit verschenkt haben, kann das Sozialamt zurückfordern, soweit es für die Pflegekosten nötig ist (§§ 528, 529 BGB). Übliche Gelegenheitsgeschenke sind ausgenommen (§ 534 BGB).
Bin ich im Ausland versichert – und was, wenn ich auswandere?
Nach den Musterbedingungen gilt der Schutz nur für Pflege in Deutschland, und mit dem Wegzug endet der Vertrag. Gute Verträge regeln beides anders.
Das sind zwei verschiedene Fragen, und die Musterbedingungen beantworten beide streng:
- Pflege im Ausland: Gedeckt ist nur Pflege im Inland. Die Erweiterung auf die Europäische Union und den Europäischen Wirtschaftsraum, die im selben Werk steht, ist ausdrücklich der Pflegekostenversicherung vorbehalten.
- Wegzug: Nach den Musterbedingungen endet der Vertrag, wenn Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen. Er ruht nicht.
Gute Verträge bieten weltweiten Schutz in unveränderter Höhe und eine Fortführung nach dem Wegzug, die nicht am Fortbestand einer deutschen Pflegepflichtversicherung oder an einem deutschen Konto hängt. In den beiden Werken, die ich gelesen habe, läuft die Fortsetzung von selbst. Es gibt aber Tarife, bei denen Sie sie innerhalb einer Frist verlangen müssen, sonst endet der Vertrag doch.
In beiden Werken, die ich dazu gelesen habe, tragen Sie die Mehrkosten einer Begutachtung im Ausland. In dem Tarifvergleich, mit dem ich arbeite, steht das nicht.